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Wampel – Das magische Wesen

Eine Nacht begleitet von eiserner Kälte, die sich durch Türen und Fenster drückt, um auch den letzten Zeh meiner Füße zu frösteln. Schon die halbe Nacht lag ich wach und horchte dem Heulen des Windes zu, der sich kraftvoll durch alle Äste vor unserem Hause peitschte. Von draußen schien das grelle Licht der Straßenlaterne ins Schlafzimmer und produzierte die merkwürdigsten Schattenwesen an die Wand. Ein leises Rascheln drang in meine Ohren, einer der skurrilen Schatten bewegte sich aus dem Lichtstrahl der Straßenlaterne und verschwand im Schlitz der angelehnten Tür hinaus in den Flur. Werde ich etwa verrückt, fragte ich mich leise. Ich zog die Decke beiseite und richtete mich im Bett leicht auf. Mein Blick hielt sich starr auf den Türschlitz in der Hoffnung, ich habe mir das alles nur eingebildet. Bevor ich mich wieder beruhigen konnte und mich wieder niederlegte, funkelte ein Auge durch den Türschlitz, begleitet durch ein kindliches Lachen, das kurz danach in die Dunkelheit verschwand.

 

Vorsichtig stand ich auf, schob mir meine Hausschuhe über meine klirrend kalten Füße und lief in unsicheren Schritten auf die Tür zu. Unter leichtem Knarren schob sich die Tür immer weiter auf und ich bewegte mich hinaus, wo sich mir im Flur ein schwarzen Nichts entgegen zeigte.

Hallo ist da Jemand… I… ich habe ein Knüppel und ich weiß damit umzugehen.

Mehr brachte ich im unsicheren Ton kaum heraus. Wäre ein Einbrecher im Haus, wäre er kaum von meiner verunsicherten Drohung eingeschüchtert. Ich bin nicht der Typ Mann, der sich gerne der Gefahr stellt und sie auch meistert. Mit kleinen Schritten tastete ich mich immer weiter vor. Mit meinen Händen konnte ich mich langsam durch den Flur tasten, bis ich am Ende des Ganges auf die Küchentür stieß, die unerwartet halb offen stand. Ein seichtes Licht drang durch den Schlitz und voller Angst schob ich die Tür weiter auf, um mich dann voller Kraft auf den Einbrecher zu stürzen. Doch was sich mir zeigte, war mir unklar – Ein Einbrecher war es zumindest nicht.

photo_20161225_130605Laut schrie ich auf als ich das kleine Wesen in der Ecke der Küche sah, das in seinen zitternden Händen die Erdbeertorte hielt, die ich am Tag zuvor für meine morgigen Gäste gekauft hatte. Den Mund voller Sahne schaute es zu mir auf und blinzelte mich an fragend an. Was war das für ein Wesen?

Sein Fell schien im Licht rot-braun und die Tatzen erinnerten an die eines kleinen Bären. Auf seinem Rücken standen zwei schwarze Fledermaus-Flügel weit ab, als ob er bereit wäre, mir entgegen zu fliegen. Auf seinem Kopf hatte das Wesen zwei große Antennen… Waren das etwa seine Ohren?… Ich musterte das seltsame Wesen noch eine Weile und es schien mir, als würde er das selbige auch bei mir tun.

Kannst du sprechen? fragte ich das Wesen.

Aber mehr als ein unsicheres „Wampel, Wampel“ kam nicht aus seiner kleinen Schnute.

Ich setzte mich auf den Boden und sah dem Kleinen eine Weile lang zu, wie er immer wieder seine Pfote in die Erdbeertorte tunkte und sie danach genüsslich unter leisem Schnurren ableckte.

„Da mag wohl einer gerne Erdbeertorte“ sprach ich zu ihm und ein breites Lächeln stand dem Kleinen ins Gesicht. Wie mir schien, konnte er mich verstehen, aber selber sprechen war ihm wohl nicht möglich.

„Mein Name ist Marco und ich weiß nicht wie, aber irgendwie bist du in mein Haus gelangt und machst dich nun an meiner Erdbeertorte zu schaffen. Wenn du nicht so knuffig daher kommen würdest, wäre ich jetzt beleidigt.“

„Wampel, Wampel“ ließ der Kleine von sich hören und sprang begeistert auf und ab.

„Ist dein Name Wampel?“

„Wampel, Wampel Wampel“

In den kommenden Wochen erwies sich Wampel als kleiner Alleskönner, der inzwischen auch sprechen kann. Zwar tut der Kleine sich noch etwas schwer, aber mit viel Übung bekommen wir Beide das hin. Wampel ist zu meinem besten Freund geworden, der mir immer hilft und gemeinsam mit mir den Alltag meistert. Zu meinem Glück kann niemand außer mir Wampel sehen oder hören.

Und wer weiß, wenn du fest dran glaubst, kommt vielleicht eines Tages ein Wampel zu dir 🙂

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8 Kommentare zu „Wampel – Das magische Wesen

    1. Ich hab es den Weihnachtsmann gerade getwittert. Er meint ein Wampel ist gerade bei ihm und hilft bei den vielen Geschenken. Vielleicht bringt er dir einen Wampel mit 😀

      Ich wünsche dir ein flauschiges Weihnachtsfest 😀

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    1. Der Meinung sind wir auch und es freut uns, das dir unsere kleine Geschichte zum Wampel gefällt 😀
      Es kommen bestimmt bald neue Geschichten dazu.

      Beste Grüße und flauschiges Weihnachtsfest 😀

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